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Hypernovae Extrem massereiche Sterne befinden sich von ihrer Geburt an in einem sehr instabilen Zustand. Die nach innen gerichtete Gravitationskraft der 80- bis 120- fachen Sonnenmasse sorgt im Zentrum des Sterns für wahrhaft exotische Verhältnisse. Druck und Temperatur sind derart hoch, dass der vorhandene, riesige Vorrat an Kernbrennstoff (überwiegend Wasserstoff) sehr schnell verbraucht wird. Die Kernreaktionen laufen unvergleichlich schneller und häufiger ab als in "normalen" Sternen von etwa Sonnengröße.Dementsprechend hoch ist die Strahlungsemission dieser Übergiganten, sie kann diejenige der Sonne leicht um das Millionenfache übertreffen. Jede kleine Störung des empfindlichen Gleichgewichts innerhalb des Sterns löst Schwingungen aus, die mit immer größer werdender Amplitude den Sternkörper durchlaufen. Treffen sie auf die Oberfläche, werden große Materiemengen abgestoßen. Auch durch einen extrem hohen Sternwind entledigt sich der Riese überflüssiger Masse. Das Lebensende eines massereichen Sterns kann damit auch nicht ruhig verlaufen, seinen "Abschied" wird er unweigerlich als Supernova nehmen, der nach dem Urknall heftigsten Explosion im All. Heute glaubt man, einer neuen Theorie zufolge, dass Sterne mit rund hundertfacher Sonnenmasse in einer Explosion vergehen werden, die noch um den Faktor Hundert stärker ist als eine herkömmliche Supernova. Hierzu hat man deshalb den Begriff der Hypernova geprägt. Unterstützt wird diese Theorie unter anderem durch die Gammabursts, kurze Gammastrahlenblitze, die aus allen Himmelsrichtungen aus den Tiefen des Alls zu uns gelangen. Bereits im März 1998 haben Wissenschaftler einen Gammablitz registriert und drei Wochen später das optische Gegenstück als Quelle identifiziert. Das explodierte Objekt strahlte noch heller als die gesamte entfernte Galaxis in der es sich befand. Bei diesem Objekt könnte es sich um die Explosion eines extrem massereichen Sterns gehandelt haben. Jedoch ist es auch möglich, einigen der rund 150 Gammaburst- Theorien zufolge, dass hier zwei Neutronensterne oder Schwarze Löcher miteinander verschmolzen, oder ein Schwarzes Loch verschlang einen supermassiven Körper.
In jedem Fall wird bei der Explosion eines massereichen Sterns eine ungeheure Energiemenge, etwa 1046 Joule, innerhalb kürzester Zeit freigesetzt. Um diese Energie abzugeben, müsste die Sonne 1000 Milliarden Jahre mit ihrer heutigen Leistung strahlen. Ein großer Teil der freigesetzten Energie würde in Form eines gewaltigen Gammastrahlen- Blitzes ins All rasen. Auf nahegelegenen Planeten könnte durch eine solche kosmische Katastrophe das Leben ausgelöscht werden. Es besteht auch die Möglichkeit, dass extrem massereiche Sterne in ihrem Endzustand erst gar nicht explodieren, sondern dass der Kollaps der Zentralregion sofort zu einem Schwarzen Loch führt, welches den größten Teil der verbleibenden Sternhülle verschlingt. Welches der beiden Modelle, Hypernova oder Schwarzes Loch, letztendlich zutrifft, ist längst noch nicht geklärt. Das Hubble Weltraumteleskop (HST) hat im südlichen Sternbild Carina (Schiffskiel) den Stern Eta Carinae in einer unvergleichlichen Aufnahme abgelichtet:
Mit freundlicher Genehmigung von STScI, J. Morse, K. Davidson und NASA Dieser Stern im Nebel NGC 3372 ist nur 8000 Lichtjahre von der Erde
entfernt und besitzt eine 100- fache Sonnenmasse. Damit ist er der
zur Zeit massereichste bekannte Stern. Heute leuchtet Eta Carinae
mit einer Helligkeit
von 6m, im 19. Jahrhundert war er aber mit -1m
einer der hellsten Sterne am Firmament. 1841 erlitt er einen gigantischen
Ausbruch, bei welchem große Materiemengen abgesprengt wurden,
welche heute keulenartig mit einer Ausdehnung von einem halben Lichtjahr
den Stern umgeben. Über fünfmillionenmal größer als die Strahlungsemission der Sonne ist die von Eta Carinae. Mit seiner Masse stellt der Stern einen ernstzunehmenden Kandidaten für eine Hypernova dar. Sollte er eines Tages explodieren, könnte durch den Gammastrahlen- Blitz das Leben auf der Erde durchaus beeinträchtigt werden. In der folgenden Aufnahme sieht man Eta Carinae noch deutlicher in der Mitte des Nebels:
Mit freundlicher Genehmigung von STScI, J. Morse, K. Davidson und
NASA Man ist sich allerdings noch längst nicht sicher, ob der Stern vielleicht sogar ein Doppelstern ist. Untersuchungen im IR- Bereich zeigen regelmäßige Schwankungen mit einer Periode von 5½ Jahren, was auf einen Begleiter hinweisen könnte. Gegenseitige, gravitationsbedingte Einflüsse haben dann vielleicht den Materie- Ausbruch ausgelöst, sollte es sich aber doch um einen einzelnen Stern handeln, sind vermutlich Störungen des inneren Gleichgewichts die Ursache gewesen. In jedem Fall gibt dieser Stern den Wissenschaftlern noch viele Rätsel zu lösen auf.
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