Planetenentstehung
Der Mechanismus, welcher zur Entstehung von Planeten aus einer ursprünglichen Staub- und Gaswolke führt, ist bis zum heutigen Zeitpunkt noch nicht eindeutig geklärt.
| Aber durch die neuesten Beobachtungsdaten vor allem der Weltraumteleskope Hubble und Chandra an sternumgebenden Staubscheiben wird das nachfolgende Modell weitgehend gestützt, welches die Entstehung des Sonnensystems beschreibt. Dennoch ist die Bildung von Planeten ein "riskantes Unterfangen", wie nebenstehende Aufnahmen des Hubble- Teleskops zeigen. Staubscheiben von Sternen im Orion, in denen augenscheinlich Planetenentstehung begonnen hat, werden vom intensiven UV- Licht der Zentralsterne überflutet. | ![]() |
Mit freundlicher Genehmigung von NASA, J. Bally (University of Colorado, Boulder, CO), H. Throop Southwest Research Institute, Boulder, CO), C.R. O'Dell (Vanderbilt University, Nashville, TN)
![]() | In einigen Millionen Jahren wird nach dem Zünden der Kernfusionen im System T Tauri (Stier) ein neuer sonnenähnlicher Stern erstrahlen. Bis dahin erschließt sich uns hier ein Beobachtungslabor, in welchem komplizierte gravitative Prozesse vielleicht Planeten entstehen lassen, Jets ins All schießen und die Staub- und Gaswolke sich weiter verdichtet oder vom Sternwind ins All geblasen wird. |
Die Planeten unseres Sonnensystems weisen alle nahezu kreisförmige Umlaufbahnen auf, und diese liegen auch ungefähr in einer Ebene. Wie kann das sein?
Nun beginnen einzelne Staubteilchen sich zusammenzulagern, was überwiegend durch sanfte Kollisionen geschieht. Die sich bildenden Zusammenballungen gewinnen immer mehr an Größe, womit jetzt zunehmend gravitative Einflüsse zur Geltung kommen. Es entstehen unzählige Bruchstücke im Bereich von 100 bis 1000 m, das beweisen uns heute noch die vielen Einschlagkrater auf Merkur, Mond und Mars.
Eine Aufnahme von Mariner 10 aus dem Jahr 1974 zeigt uns die vielen Einschlagkrater von Bruchstücken in der Frühzeit des Planeten. Mit 4800 km Durchmesser ist Merkur nur wenig größer als unser Mond (3500 km). Seine Oberflächentemperatur liegt zwischen
- 180°C und über 400°C. Die Ähnlichkeit zum Mond ist verblüffend.
Mit freundlicher Genehmigung von Mariner 10, NASA
| Ein Sternentstehungsgebiet in der nördlichen Milchstraße, Region Cepheus in 3000 Lichtjahren Entfernung. Staubwolken werden durch Sternlicht erhellt, weil deren UV- Anteil die Elektronen atomaren Wasserstoffs anregt und sie beim Einnehmen ihrer ehemaligen Energieniveaus Photonen rötlichen Lichts aussenden. So können wir einen Blick auf dunkle Staubwolken werfen, welche die Geburtsstätten neuer Sterne und Planeten sind. | ![]() |
Mit freundlicher Genehmigung von Arne Henden (US Naval Observatory, Flagstaff), Image Processed by Al Kelly
In den inneren Bereichen des Urnebels sind die Temperaturen naturgemäß höher, weil hier die Reibung zwischen den Teilchen größer ist. In diesen Zonen kondensieren schwerflüchtige Verbindungen, die Kondensate bezeichnen wir heute als Gesteine. Weiter außen sind die Temperaturen so niedrig, daß auch leichtflüchtige Moleküle wie Wasser, Ammoniak und Methan zu Eis kondensieren können, hieraus bilden sich die Gasplaneten.
Die Wolke des Urnebels kollabiert. Im Zentrum hat sich bereits die Sonne gebildet, in welcher aber noch keine Kernreaktionen gezündet haben.
Quelle: Uni Tübingen
Es läßt sich nur schwer in einem Modell darstellen, wie die endgültigen Planetenmassen zustandekamen, zu viele Faktoren wie Temperatur, Dichte, Staubgehalt, Wachstumsgeschwindigkeiten und Restgasmengen spielen hier eine Rolle.
| Weitere Beispiele für Urnebel
aus dem Gebiet des Orion- Nebels. Die kontrahierenden Wolken
hatten einen bestimmten Anfangsdrehimpuls, woraus sich bei fortschreitender
Verdichtung eine scheibenförmige Anordnung der Materie
ergibt. In diesen Scheiben entstehen neue Planeten, auf denen
vielleicht in etlichen Millionen Jahren neues Leben entsteht.
Mit freundlicher Genehmigung von C. R. O'Dell and S. K. Wong (Rice U.), WFPC2, HST, NASA, |
| In der Sonne laufen jetzt die Kernfusionen, sie ist als der Zentralstern des Systems erstrahlt und bläst durch ihren starken Wind die Reste der Urnebelwolke ins All. |
Quelle: Uni Tübingen
Die entfernteren Riesenplaneten haben jedoch ihre Urnebel- Atmosphäre bis heute behalten, der in diesen Zonen geschwächte Sonnenwind kann den gravitativ stark gebundenen Gasen nichts anhaben. Die meisten kleineren Bruchstücke sind von den Planeten eingefangen worden und die Erde wird bereits vom Mond umkreist, der nach neuen Erkenntnissen vermutlich durch Kollision mit einem marsgroßen Körper aus ihr gerissen wurde.
Nach einer etwas unruhigen Anfangsphase betritt die Sonne nun den Hauptast im HR- Diagramm und verbrennt nun ruhig und gleichmäßig ihren Wasserstoffvorrat. Der Sonnenwind läßt nach, und auf den erdähnlichen Planeten entgasen nun die heißen Schmelzen und es setzt vulkanische Aktivität ein. Dabei werden enorme Gasmengen freigesetzt, darunter Wasserdampf, Kohlendioxid und Stickstoff. Nach weiteren langen Jahren der Abkühlung beginnt nun die Kondensation des Wasserdampfs - erste Meere bilden sich. In ihnen lösen sich große Teile des Kohlendioxids, woraus dann unlösliche Verbindungen mit Alkali- und Erdalkalimetallen, wie Kalium, Magnesium usw. entstehen, die man heute in den Sedimentgesteinen findet.
| Die Vielfalt, mit welcher Planeten entstehen können, zeigt sich bereits in unserem Sonnensystem. So unterschiedlich sie auch sind, scheint ihre Entstehung doch gewissen Regeln unterworfen zu sein. |
Mit freundlicher Genehmigung des Jet Propulsion Laboratory
Um den Stern Upsilon Andromeda kreisen 3 jupiterähnliche Planeten. Der innere Gasriese steht näher beim Stern als Merkur, der zweite hat etwa Erdabstand, während nur die Umlaufbahn des dritten im Bereich des Jupiter liegt, wozu er nach oben aufgezeigrtem Modell auch "berechtigt" ist. Solche Planetensysteme zwingen uns dazu, unser Bild der Planetenentstehung neu zu überdenken.
Mit freundlicher Genehmigung von Sylvain Korzennik und Lick- Observatorium.
So hat man überlegt, ob solch ein Planet nicht auch von einer viel weiteren Umlaufbahn eingefangen worden sein könnte. Aber warum sollte er dann nach einem solch langen Weg nicht direkt in den Stern stürzen und stattdessen einen stabilen Orbit bilden?
Die Wissenschaft steht vor den Trümmern einer schönen Theorie, sie muß jetzt durch viele weitere Beobachtungen erweitert oder völlig neu geschrieben werden.